IC1218 fällt aus
Fahrten mit der Deutschen Bahn haben viele Vorteile. Es wird einem nie langweilig und man erlebt so einiges. In diesem Beitrag lest ihr alles zur letzten Fahrt.
Der vermeintliche Vorteil am früh buchen ist ja, dass man alles erledigt hat. Die Fahrzeiten wurden sorgsam gewählt, Umsteigezeiten berücksichtigt und als Vielfahrer hat man auch seinen perfekten Platz gebucht.
Eine einzige Meldung macht diese Pläne zunichte. So wie heute wieder. Ich komme am Bahnhof Innsbruck an und hätte noch über 30 Minuten Zeit. Endlich war der ICE nach Berlin mit einer häufigeren Taktung in den Fahrplan aufgenommen worden! Das hätte mir das lästige Umsteigen in München erspart.
Nebensatz: Der Bahnhof in München ist (ich wiederhole mich) eine Zumutung. Durch den Umbau ist der ohnehin schon zugige Bahnhof noch kälter, kahler und abweisender als sonst. Da und dort fehlen Wände und der Wind pfeift einfach durch. Warten oder verweilen möchte man hier nicht.
Jedenfalls komme ich in Innsbruck an und das erste was ich sehe. IC1218 fällt aus! Mürrisch scrolle ich mich durch die App. Keine Info hilft mir wirklich weiter. Die Dame am ÖBB-Schalter ist freundlich und bemüht, hat aber keinen Schimmer was da los ist. Sie druckt mir eine alternative Verbindung aus.
Die ganze Planung ist im Eimer. Die Reservierungen dahin. Es sind drei Züge statt einem, also auch mehrfach umsteigen mit Gepäck, Laptop.
So ging es weiter
Weiter ging es nach Kufstein, wo ich einen etwas längeren Aufenthalt hatte und mit der Regionalbahn nach München. Da befasste ich mich intensiv mit der weiteren Route. Zwischendruch erfreute ich mich an der Winterlandschaft Oberbayerns.
Überraschenderweise ging es von München nach relativ kurzer Zeit nach Frankfurt. Kleiner Schock: Es gab kein WLAN. Das hieß also mit dem mickrigen Hotspot des Handys arbeiten. Am Frankfurter Bahnhof hieß es dann umsteigen.
Gerade als ich mich in dem halbleeren ICE 818, der mich ans Ziel bringen sollte, zurücklehnte kam die Durchsage. Und jeder, der öfters mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, weiß, was das bedeutet. "Der Zug fährt aus mir unbekannten Gründen nicht mehr weiter." Zum Glück stand gleich am Gleis nebenan ein weiterer ICE bereit.
Der eine Fahrgast
Die Abfahrt im neuen ICE verzögerte sich aber um 20 bis 30 Minuten, da es laut App eine Signalstörung gab. Laut Durchsage war es aber ein Weichenschaden. Die Durschsage, dass es sich um einen "Stau" handelte, wurdem it Gelächter und Achselzucken entgegengenommen.
Außerplanmäßig werde der Zug in Montabaur, Limburg und Siegburg halten, was einigen Fahrgästen nicht passte. Im Vorbeigehen habe ich ein Gespräch mit dem Zugbegleiter belauscht, der entgegnete, dass "in Siegburg auch ein Fahrgast aussteigt."
Zum Trost wurde Schokolade an die Fahrgäste verteilt. Der Zugbegleiter murmelte seinen Standardsatz: "Und, alle wunschlos glücklich?!" Ich glaube er wusste nicht, was er da sagte.
Stau am Gleis
Tja und als ich geglaubt hatte, dass das Ziel immer näher rückt, entfernte es sich. Der Stau war ein wirkliches Stop and Go und auf der eigentlichen "Schnellstrecke" gab es eine Stunde oben drauf.
Siegburg war der nächste Stop als die nöchste Durchsage kam. "Wie Sie vielleicht bemekrt haben, sind wir an Siegburg vorbeigefahren. Es war leider kein Gleis frei. Der nächste Halt also Köln Messe/Deutz. Ich bitte Sie das zu entschuldigen. Die Fahrgäste, die in Siegburg aussteigen wollten, können von dort wieder zurückfahren."
Ja, so haben wir das also alle gemacht. Wer kennt den Bahnhof Köln Messe? Der hat mehr Treppen als Hogwarts. Die S12 war natürlich voll bis oben. Das war ein Gewimmel von Fahrgästen, Koffern, Taschen, die alle zu einem anderen Bahnsteig hechten mussten.
Am Ende waren es zwei Stunden Verspätung. So läuft das mit der Deutschen Bahn...


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