Winterwetter: Uns doch egal!
Eines vorweg. Heute gibt es mal lobende Worte für die Deutsche Bahn. Wie das zum Winterwetter passt und was sonst noch passiert ist.
Der Winter hatte den Westen Deutschlands fest im Griff. Gefrierender Regen und Schneemassen waren vorausgesagt und sind auch gekommen. Schulen wurden zwei Tage geschlossen, von den Flughäfen in Frankfurt und Köln hörte man von Verspätungen, gestrichenen Flügen. Auf manchen Autobahnen in Hessen und Rheinland-pfalz mussten einige Leute die Nacht im eisigen Auto verbringen.
Mir selbst schwante Übles, denn ich musste von Bonn/Siegburg wieder zurück nach München und Innsbruck. Zugegeben: Schneemassen liegen hier in der Größenordnung von 10 Zentimetern. Das klingt nach wenig Schnee, aber man muss sich das im Kontext ansehen. 10 Zentimeter gibt es in dieser Region inzwischen nur mehr alle 5 bis 10 Jahre.
Da also auf den Autobahnen und vielen Flughäfen Chaos herrschte, ging ich bei S-Bahn und ICE vom Schlimmsten aus. Ich erkundigte mich bereits im Vorfeld ob ich noch eine Nacht im Hotel bleiben könnte.
Die große Überraschung
Ich checkte die App mehrmals am Vorabend und dann im Minutentakt am Morgen der Abfahrt. Doch es gab keine Negativmeldung. Der ICE 815 von Dortmund nach Frankfurt war fast pünktlich. Lediglich 10 Minuten Verspätung wurden angezeigt. Das erschien mir in Anbetracht des Wetters draußen als kaum der Rede wert.
Ja, wir rissen dann bis Frankfurt noch 25 bis 30 Minuten auf. Und der ICE 529 ab Frankfurt konnte phasenweise nur 200 km/h fahren. Aber das war ja alles im Rahmen.
Am Frankfurter Flughafen hatte ich außerdem noch ein schönes Erlebnis. Die 20 Minuten Wartezeit wagte ich mit einer Fahrt in die zweite Etage. Denn während der Gleisbereich wie eine riesige, kahle Halle wirkt, ist der obere Bereich vom Design her wie ein Flughafen.
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EC wartet nicht
Die Euphorie über die nicht allzu große Verspätung wich spätestens in Nürnberg der Erkenntnis, dass das mit dem Anschlusszug in München schwierig werden könnte. Es waren meistens die EC von München nach Italien (Bologna, Venezia, Verona), die nicht warten wollen oder können.
Die Durchsage des Schaffners bestätigte das auch noch, als er kurz vor München sagte, dass der EC87 Eurocity nach Bologna nicht wartet. Er bat um Verständnis und bot den EC zwei Stunden später als Alternative an. Die (verspätete) Ankunft des ICE war 13:34 und Abfahrt des EC ebenfalls 13:34. Come on, warum wartet der nicht diese 5 Minuten?!
Aber wenn ich etwas aus der Vielfahrerei gelernt habe, dann sind es diese drei Grundsätze:
- Bei knappen Verbindungen ganz nach vorne der ersten Garnitur gehen
- Sich direkt bei der Türe positionieren
- Lossprinten und nicht aufgeben
Da die Durchsage ziemlich spät kam, nutzten mir die ersten zwei Tipps nichts, denn ich war in der zweiten Garnitur "gefangen". Ich hielt mich also an Tipp drei und raste vom Ende des Gleises 22 zum Gleis 12.
Von der Weite sah ich den schmutziggrauen EC mit dem roten Schriftzug der ÖBB dort stehen und freute mich. Dadurch, dass so viele Leute diesen Zug noch erreichen wollten, wartete er unfreiwillig und fuhr mit 20 Minuten Verspätung los. Wahnsinn!


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