Auf nach Kölle
Bahnfahren ist inzwischen wie Glücksspiel. Selbst wenn es vier Mal in Folge gut läuft, werden beim fünften Mal die Karten wieder neu gemischt. Ausgang: völlig offen!
Der geplante Abfahrt des ICE 529 Dortmund-München war 8:44 in Köln/Messe. Dieser Zug sollte mit nur wenigen Stopps direkt nach München fahren. So der Plan.
Nach Köln kommt man am besten mit dem RE5, der ebenfalls mit nur wenigen Stopps direkt verkehrt. Vom Buchungssystem wurde eine Verbindung vorgeschlagen, bei der man schlucken muss. Nur 12 Minuten Zeit zum Umsteigen. Das mag in der Theorie perfekt klingen, aber als leidgeprüfter Bahnfahrer weiß ich: das wird knapp. Also lieber früher fahren. Also eine ganze Stunde.
Liebloses Verweilen
Manchmal werde ich aber selbst von der Pünktlichkeit der Regionalbahn überrascht. Alles war pünktlich. Nach Ankunft um 7:32 Uhr in Köln/Messe heißt es also 72 Minuten auf den ICE warten. Köln/Messe - das klingt nach Modernität, Aufbruch und Internationalität. Doch wie ist er wirklich?
Viel liebloser kann ein Bahnhof einer Millionenstadt nicht sein. Ein kahler Tunnel mit offenen Türen, grau-weißen Gängen ohne Liebe und kaltem Wind, der durch alle Ritzen pfeift. Die einzigen Sitzmöglichkeiten sind in einem Mc Donald's oder einem subway. Sonst gibt es nur bockharte Bänke aus kaltem Stahl - also entweder Konsumzwang oder am Hintern erfrieren. Ich entschied mich auch aufgrund der vorherrschenden Temperatur von +5 °C für das zweite.
Zug kommt - kommt nicht
Ich werfe einen ersten Blick auf den Bahnsteig 11, der kurioserweise direkt nach Bahnsteig 4/5 angesiedelt ist (siehe Bild). Sehe an der Anzeige, dass sich die geplante Abfahrt von 8:44 bereits auf 8:56 Uhr verschoben hat. Die Erste Klasse befindet sich in den Bereichen A und G. Aber es gibt keine Info welcher Wagen in welchem Bereich sein wird. Auch hier hilft der Instinkt weiter: am besten nachfragen.
Am Serviceschalter erfahre ich, dass der Wagen 29 im Bereich G abfahren wird. Gut, ich gehe also wieder raus zum Bahngleis und "laufe", wie empfohlen, bis zum Sektor G. Der Wind pfeift und es sifft aus dem tiefen Hochnebel. Noch 16 Minuten Wartezeit. Nachdem es drinnen aber kaum wärmer ist als draußen, entscheide ich zu warten. Die Durchsage, dass der Verspätungsgrund "verspätetes Personal aus einem vorangegangenen Zug" ist, quittiere ich mit einem emotionslosen Achselzucken.
Das System!
Der Zug kommt mit 12 Minuten Verspätung in Köln/Messe-Deutz an und verlässt ihn mit demselben Delay. Unterwegs nach Süden bleiben wir plötzlich stehen. Das liebe ich! Und besonders die Durchsage danach. "Wir sind hier zum Halten gekommen. Der Grund dafür ist ein defekter Zug. Unser schlaues System zeigt uns für Frankfurt eine Verspätung von 25 Minuten an."
Es liegt ja NICHT am Personal - es gibt sich Mühe trotz der täglichen Probleme. Und nach einer Minute fährt er fort. "Die Ereignisse überschlagen sich hier. Der defekte Zug steht am Bahnhof Montabaur. Wie im Straßenverkehr bildet sich nun auch hier ein Rückstau und wir stehen hier im Tunnel. Unser System teilt mir nun eine Verspätung von 30 Minuten mit."
Also war das eben Ironie, die ich aus der Durchsage hören konnte? Wie auch immer: diese angesammelte Verspätung schleppen wir bis München mit. Maximal ungünstig für mich, da ich dort ja einen Anschlusszug erreichen möchte.
Kurz vor München dann die Durchsage, dass der RJ87 nach Bologna Zentrale nicht warten kann. Das heißt für mich also 2 Stunden in München warten. Und davor noch zum Info Schalter. Und der Bahnhof München ist zum Warten ja noch schlimmer als Köln/Messe-Deutz. Habedieehre!
Schlussaccord
Ein #Railjet mit Neuwagengeruch 😅 ich bin maximal begeistert von diesem #RJ89 von München nach Verona. Schade, dass ich in Innsbruck schon raus muss.
— Clemens TZ (@alpen_wetter) November 7, 2024
🚅WLAN Ladestation an allen Plätzen
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Danke @unsereOEBB pic.twitter.com/grObWZeYiS


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